Veränderung

Ich falle,
fliege der Erde entgegen.
Wind peitscht mir ins Gesicht,
die Haare flattern, zerzausen.
Mein Anblick: wild und mutig.
In rasender Fahrt, doch ohne Steuer.

Der Gesang der Neuronen erschallt,
ein Orchester unzähliger Musiker.
Die Oper meines Lebens auf ihrem Höhepunkt.
Ein Stakkato der Erinnerungen,
sich zum Moment hin verdichtend.
Meinem großen Moment, meinem Fall.
Ich habe keinen Boden mehr unter den Füßen,
dabei bin ich nicht gesprungen.
Es ist ein netter Abend gewesen – klare deutliche Bilder.
Ein, zwei Flaschen Rotwein,
wir haben geraucht und uns gut unterhalten,
es war spät geworden.

Jetzt falle ich.
Dem Tageslicht nach zu urteilen muss es früh am Morgen sein.
Unter mir das Dach einer Aldifiliale,
der angrenzende Parkplatz zu dieser Tageszeit noch verwaist.
3 – 2 – 1- Stockwerke – ich zoome heran.

Der Aufprall ist hart und versetzt das Metalldach für Sekunden in Schwingung.
Meine Gliedmaßen eben noch in Schutzhaltung, jetzt zerschmettert.
Mein Anblick: Ach lassen wir das.
Gelobt seiest du – Frühaufsteherin – dein silbern gelocktes Haar.
Mein Engel.

Ich kann mich bis heute nicht an den Absprung erinnern.
Die Schrauben hingegen sind bei jeder Bewegung, jedem Schritt spürbar.
Ein Teil von mir, muss an diesem Abend die Überhand gewonnen haben.
Ein Teil von mir, der weit fort wollte.
Die unwiderruflichen Fehler, die falschen Entscheidungen gepaart mit kleinen Lastern –
ein dunkler Raum, die Tür fest verschlossen.

Ich habe eine zweite Chance erhalten, ein neues Leben!
Hast du Feuer?

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